{"id":4769,"date":"2021-08-22T12:49:42","date_gmt":"2021-08-22T12:49:42","guid":{"rendered":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/?page_id=4769"},"modified":"2022-11-14T10:57:20","modified_gmt":"2022-11-14T10:57:20","slug":"text","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/?page_id=4769","title":{"rendered":"text"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"4769\" class=\"elementor elementor-4769\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-d0994c5 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"d0994c5\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-5adf790\" data-id=\"5adf790\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a829984 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"a829984\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-1191dbb elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"1191dbb\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-307143c\" data-id=\"307143c\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-1d4c9c7 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"1d4c9c7\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2>Harald Kr\u00f6ner<\/h2>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-f4366e3 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"f4366e3\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-e6a2a1d\" data-id=\"e6a2a1d\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-85a4312 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"85a4312\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Ausstellung\u00a0 \u201eDer alte Garten\u201c von Anne Schubert\u00a0\u00a0Betriebswerk Heidelberg\u00a0\u00a0<\/h3><h3>Wir sind mit diesem Abend Teil des Literatursommers in Heidelberg mit dem Themenschwerpunkt <em>Frauen in der Literatur<\/em>.<\/h3><h3>Um 19 Uhr folgt der \u00a0Vortrag des Giessener Germanisten Joachim Jakob der in die literarisch-biographischen Zusammenh\u00e4nge des um 20 Uhr stattfindenden Konzertsmit Kaschnitz-Vertonungen einf\u00fchren wird.<\/h3><h3>Ich versuche mich entsprechend kurz zu fassen!<\/h3><h3>Ich war f\u00fcr diese Ausstellung auf der Suche nach einer Frau, die einen literarischen Bezug hat \u2013 oder herstellen k\u00f6nnte &#8211; zu Marie Luise Kaschnitz. Und da fiel mir Anne Schubert ein.<\/h3><h3>Sie ist Studiofotografin, hat aber auch immer freie Projekte gemacht , und dazu geh\u00f6rt unter anderem das Label \u201eWahlverwandt\u201c in dem sie zusammen mit Angelika Hartmann Editionen produziert, die sich mit Sprache besch\u00e4ftigen, \u201eNeuen Raum f\u00fcr Worte schaffen\u201c wie sie es ausdr\u00fccken, Romananf\u00e4nge, oder M\u00e4rchen-Enden, Philosophie, das Ganze durchaus listig aus der Sicht der ProduzentINNEN, so \u00a0kann schon mal ein Satz von Wittgenstein als Stickerei auf einem Wischtuch oder gedruckt auf der Unterseite eines B\u00fcgeleisens auftauchen.<\/h3><h3>Dar\u00fcberhinaus macht Anne Schubert seit einiger Zeit diese eigenartigen, leicht morbiden Blumenstilleben vor einem tiefschwarzen Hintergrund . Sie fotografiert schon seit l\u00e4ngerem digital und bearbeitet auch digital nach, weil sie genau dadurch die Schw\u00e4rze in ihren Abstufungen sehr genau kontrollieren kann.<\/h3><h3>Interessanterweise gibt es in etwa vergleichbare Arbeiten von Lucia Simons und der wahrscheinlichen Pionierin Katinka Matson, die mit hochaufl\u00f6senden Flachbettscannern arbeiten, bei Matson zun\u00e4chst aus wissenschaftlichen Arbeit heraus, bei Simons m\u00f6glicherweise die faszinierende Eigenschaft, es nicht mehr mit Pixeln zu tun zu haben bei totaler Sch\u00e4rfe und vollkommenem Schwarz als Hintergrund.<\/h3><h3>Der direkte Bezug zu Kaschnitz in der Ausstellung wurde dann aber ihr M\u00e4rchen \u201eDer alte Garten\u201c, weil uns bei der Begehung hier irgendwann auffiel, dass die Brache neben dem Betriebswerk eigentlich eine Art alter Garten ist, der vor sich hin wuchert und tr\u00e4umt, m\u00f6glicherweise wie im M\u00e4rchen von der vorr\u00fcckenden Zivilisation bedroht, k\u00f6nnte er schon bald verschwunden sein, wenn die weitere Entwicklung des Gel\u00e4ndes fortschreitet, die ja in Planung ist.<\/h3><h3>Anne Schubert hat dann beschlossen, nachts in diesem verwilderten \u201eGarten\u201c zu fotografieren und die Studioschw\u00e4rze durch die nat\u00fcrliche Schw\u00e4rze der Nacht zu ersetzen.<\/h3><h3>F\u00fcr uns beide \u00fcberraschend st\u00fcrzte sie dieser Prozess zun\u00e4chst in tiefe Ratlosigkeit. Dass wir mit einem Begriffspaar Wildnis \/ Zivilisation\u00a0 umgehen, war klar, dass es aber auch um Kontrolle versus Kontrollverlust ging, zeigte sich erst, weil es in der ausgesetzten n\u00e4chtlichen Situation keine Motive gab, die sie f\u00fcr sich identifizieren konnte, es w\u00e4chst eben alles als Wildwuchs durcheinander, damals bl\u00fchte auch noch nichts, die einzige Kontrolle\u00a0 bestand in der Kadrierung eines Auschnitts, die Entscheidung , dieses oder jenes zu fotografieren wurde eher zu einem Draufhalten als zu planvoller Setzung.<\/h3><h3>So dass sie letztlich mit k\u00f6stlicher Verzweiflung aus der Sache herauskam, weder mit einer Idee, wie man es anders h\u00e4tte angehen k\u00f6nnen , noch mit der Sicherheit, ob das jetzt eigentlich g\u00fcltige Aufnahmen seien oder nicht.<\/h3><h3>Genau dieser Antagonismus\u00a0 war dann aber faszinierend, sie hatte die perfekt kontrollierte Studioarbeit eingetauscht gegen einen halbdokumentarischen, offenen Prozess.<\/h3><h3>Die Kinder, die im M\u00e4rchen in den Naturraum des alten Gartens eindringen, machen im Grund eine mystische Reise: sie werden von den dort lebenden Wesen empfangen oder auch angegangen und lernen allm\u00e4hlich die Zusammenh\u00e4nge auf dieser Ebene zu begreifen. Genau so erging es Anne, die in dieses unbekannte Terretorium hineinging \u2013 im w\u00f6rtlichen wie auch im\u00a0 \u00fcbertragenen Sinn, indem sie n\u00e4mlich auch relativ ungeplant Aufnahmen machte in einer Weise wie sie es normalerweise nie macht. Und hat dann in der Folge dieselbe Infragestellung ihrer Person im un\u00fcbersichtlichen Naturraum erlebt wie die Kinder.<\/h3><h3>Uns schenkt sie in dieser Installation und den Aufnahmen eine bleibende Erinnerung an einen Zustand der irgendwann mal ein \u201evorher\u201c gewesen sein wird.<\/h3><h3>Anne Schuberts Bezugspunkt f\u00fcr die Stilleben \u00a0in der Ausstellung ist die Malerei im Barock, die ihre Bl\u00fcte\u00a0 im 17. Jahrhundert vor allem in Holland und Flandern hatte. Die Namen kennen wir nicht mehr , Balthasar von der Ast, Jaques de Gheye, Wilhelm Kalf, Pietr Claesz waren wichtige Vertreter dieser Kunstrichtung. Die Bilder lebten von versteckten Bedeutungen und Andeutungen, waren oft symbolisch aufgeladen, vor diesen diffus dunklen Hintergr\u00fcnden, mit t\u00e4uschend echter Darstellung bis hin zum trompe l`oeil.<\/h3><h3>In diese Zeit f\u00e4llt interessanterweise auch ein aufkommender Kunstmarkt jenseits der Hofmalerei, der vielleicht auch in der Folge eine Rolle bei der zunehmenden Verflachung des Genres spielte bis es zur reinen Dekoration verkam und von einer R\u00fcckkehr zu Natur und Nat\u00fcrlichkeit bei Jean Jaques Rousseau oder der\u00a0 Einfachheit der Alltagsgegenst\u00e4nde etwa bei Chardin abgel\u00f6st wurde.<\/h3><h3>Installativ haben wir eine Form gefunden, die wie ein unterschiedlich fokussierter Blick funktioniert, wie Facetten eines Kristalls , es gibt Spiegelungen, vergr\u00f6sserte Motivausschnitte, die vertikale Verteilung der Bilder \u00a0in etwa analog zur Vorlage draussen, also ein bewegtes und bewegliches Bild, das eigentlich unserer Wahrnehmungst\u00e4tigkeit entspricht: wir nehmen etwas &#8211; wie man so sagt \u2013 in den Blick, zoomen heran um Details zu entschl\u00fcsseln, gehen wieder zur\u00fcck um das Detail im Ganzen einzubetten und einen \u00dcberblick zu bekommen.<\/h3><h3>Anne Schubert wollte das akut Dokumentarische, dieses Reinblicken in die Schw\u00e4rze abbilden, indem sie mit einfachsten seidengl\u00e4nzenden Abz\u00fcgen arbeitete, dann stellte sich das als klimatisch schwierig dar und wir mussten die sich wellenden Abz\u00fcge aufkaschieren, sicherheitshalber produzierte sie parallel Papierabz\u00fcge als Fine Art Prints. Diese sind insofern faszinierend, als sie eine samtige Schw\u00e4rze entwickeln die insgesamt fast n\u00e4her an der Malerei wohnt als an der Fotografie, so dass wir entschieden: die Installation bleibt genauso wie sie ist und es gibt\u00a0 eine Print-Edition auf B\u00fctten in einer 5er auflage, die sie einsehen k\u00f6nnen.<\/h3><h3>F\u00fcr mich als K\u00fcnstler ist jetzt interessant, wie es pl\u00f6tzlich Stellen gibt, an denen Referenzen aufspringen: es gibt Motivsplitter die mich an den Maler Peter Doig erinnern, oder an den Fotografen Wolfgang Tillmanns, der unsere Augen wie kein anderer \u00a0f\u00fcr diese lakonischen Schulterblicke gesch\u00e4rft hat, das In-den-Blick-nehmen des Unscheinbaren. In all dem was hier jetzt sehr prozessual entstanden ist, fangen diese Nachbarschaften \u2013 vielleicht zwangsl\u00e4ufig &#8211; an, aufzuleuchten.<\/h3><h3>Die Romananf\u00e4nge von Anne Schubert begleiten das Geschehen mit Stempelfarbe auf Putzlappen, wir haben nat\u00fcrlich den Anfang des \u201eAlten Gartens\u201c, <em>Colette<\/em> am\u00fcsierte einen der Musiker sehr: \u201eIch habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mich vor unbedeutenden Leuten zu h\u00fcten.\u201c<\/h3><h3>Mir gef\u00e4llt besonders: \u201eWas ist das ? &#8230; was ist das ?\u201c Man glaubt kaum, dass ein Roman so anfangen k\u00f6nnte und dann ist es nicht irgendeiner sondern: die <em>Buddenbrooks<\/em> von Thomas Mann.<\/h3><h3>Fotografiert wurde unsere Installation in einer Juninacht. Wir enden literarisch, mit meiner absoluten Lieblingsstelle aus dem Langgedicht Alfabet von Inger Christensen die genau davon handelt:<\/h3><h3>\u00a0Die Juninacht gibt es, die Juninacht gibt es,<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 der Himmel, endlich wie erhoben zu himmlischen H\u00f6hen<\/h3><h3>und zugleich so z\u00e4rtlich gesenkt<\/h3><h3>wie wennTr\u00e4ume gesehn werden k\u00f6nnen bevor sie getr\u00e4umt werden;<\/h3><h3>ein Raum wie ohnm\u00e4chtig,<\/h3><h3>wie mit Wei\u00dfe ges\u00e4ttigt,<\/h3><h3>ein stundenloses L\u00e4uten von Tau und Insekten,<\/h3><h3>und keiner in diesem fliegenden Sommer, keiner<\/h3><h3>begreift dass es den Herbst gibt,<\/h3><h3>den Nachgeschmack und das Nachdenken gibt,<\/h3><h3>nur die schwindelerregenden Reihen<\/h3><h3>dieser rastlosen Ultrager\u00e4usche gibt es<\/h3><h3>und das Jadeohr der Fledermaus,<\/h3><h3>dem tickenden Dunst zugewandt;<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 nie war die Neigung des Erdballs so herrlich,<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 niemals die zinkwei\u00dfen N\u00e4chte so wei\u00df,<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 so wehrlos aufgel\u00f6st, milde ionisiert, wei\u00df,<\/h3><h3>und nie die Unsichtbarkeitsgrenze so nahezu ber\u00fchrt;\u00a0<\/h3><h3>Harald Kr\u00f6ner, Juli 2018<\/h3>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-735efd5 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"735efd5\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-13301c9\" data-id=\"13301c9\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-7b2f203 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"7b2f203\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-ab19fd0 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"ab19fd0\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-99fd785\" data-id=\"99fd785\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-548c04c elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"548c04c\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2>J\u00fcrgen Palmer<\/h2>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-0bb02ed elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"0bb02ed\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-fb2918e\" data-id=\"fb2918e\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ba9af09 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"ba9af09\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3 class=\"p1\">J\u00fcrgen Palmer<\/h3><h3 class=\"p1\">Zur Ausstellung Anne Schubert \u2013 Sch\u00f6nheit lauert \u00fcberall<\/h3><h3 class=\"p1\">Galerie Norbert Nieser \/ 29. April 2017<\/h3><h3 class=\"p1\">Blumen sind ein heikles Sujet. Und so verstehe ich auch den Titel der Ausstellung \u201eSch\u00f6nheit lauert \u00fcberall\u201c als Warnruf.<\/h3><h3 class=\"p1\">Die Blume ist beliebtestes Motiv in Aquarell- und Seidenmalkursen, soll als post-zu-sp\u00e4t-expressiv-gepinseltes Bl\u00fctenmotiv beim Zahnarzt f\u00fcr heiteres Vertrauen und Entspannung sorgen, langweilt von Millionen Geburtstags- und Osterkarten herunter und l\u00e4sst sich fix und fertig gerahmt und verglast kurz vor der Kassenschlange noch als letztes auf den Ikeawagen stapeln. Kurzum, die Blume landet als Motiv mit ziemlicher Treffsicherheit im Abseits des seicht Dekorativen. Ich habe nur spa\u00dfeshalber in die Google-Bildersuche die Sentenz \u201eBlumen in der Kunst\u201c eingegeben \u2013 es kann einen gleich der Schlag treffen.<\/h3><h3 class=\"p1\">Die Geschichte der Blumenmalerei, von den Blumenstillleben des Barock \u00fcber die wunderbaren Aquarelle der Maria Sibilla Merian zu den Farb- und Lichtexplosionen der Impressionisten, weiter zu Henri Fantin-Latour, der mit seinem Realismus gegen jene Widerstand leistete, zu Vincent von Gogh, der den Sonnenblumen geradezu Skulpturales abgewann, Emil Nolde, der Bl\u00fctenhaftes in expressiv-sinnliche Farbschlachten verwandelte \u2013 begleitet von pathetisch-selbstverliebten Kommentaren \u00fcbrigens \u2013, weiter zu Georgia O\u2018Keeffe, die die Sinnlichkeit der Bl\u00fcte in den formatf\u00fcllenden Fokus r\u00fcckte und darin vaginale Formen entdeckte, bis schlie\u00dflich zu Andy Warhol, der mit seiner \u00fcber 1500 Farb-Variationen umfassenden Blumenbild-Serienproduktion das Motiv als Bildungsb\u00fcrgertapete entlarvte\u2026 dieses Gep\u00e4ck muss man kennen, wenn man dem Thema noch etwas k\u00fcnstlerisch Relevantes abgewinnen will.<\/h3><h3 class=\"p1\">Und wer dies heutzutage mit der Kamera machen will, dessen Gep\u00e4ck lastet noch viel schwerer, denn er muss sich nicht nur in den Vergleich mit der Malerei setzen, sondern auch mit der Fotografie vor ihm \u2013 sei es die des Karl Blossfeldt oder des Edward Steichen \u2013 um nur zwei zu nennen. Dazuhin h\u00e4lt er ein Werkzeug in den H\u00e4nden, das von Haus aus \u201eobjektiv\u201c arbeitet, also nicht f\u00fcr die Transformation des Motivs vorgesehen ist \u2013 Naturkundeb\u00fccher gingen ihres Zaubers verloren, seitdem man die liebevoll gezeichneten Illustrationen durch Fotos ersetzt hatte.<\/h3><h3 class=\"p1\">Die Blume teilt ihr Schicksal mit dem Sonnenuntergang. Als Naturph\u00e4nomen mit gro\u00dfem Ber\u00fchrungspotential f\u00fcr die menschliche Seele, tabuisiert sie Ihre fotografische Abbildung. Aber der fotografische Wahn grassiert und wirkt sogar auf die Wahrnehmung des Naturph\u00e4nomens zur\u00fcck, weshalb mittlerweile von kitschigen Sonnenunterg\u00e4ngen per se<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>geredet wird.<\/h3><h3 class=\"p1\">Es liegt also ein Minenfeld zwischen diesen Naturerscheinungen und ihrer Abbildbarkeit, \u00fcber das auch ein Profi erst einmal heil hinwegkommen muss. Auch der ber\u00fchmte Robert Mapplethorpe hat das nicht vermocht, und seine ikebanaartig und v\u00f6llig ironiefrei f\u00fcr die Kamera inszenierten Lilien sind absolut ikea-kompatibel.<\/h3><h3 class=\"p1\">Ja, es braucht schon so etwas wie kritische Reflexion, Ironie, einen Ansatz von Persiflage, Br\u00fcchigkeit, wenn man nicht in die Falle der Kitschproduktion geraten will.\u00a0<\/h3><h3 class=\"p1\">Die Blumenbilder der Anne Schubert schaffen diese Gratwanderung. Sie sind f\u00fcr mich wie ein zerbrochener Spiegel. Wenn ein Spiegel in Scherben geht, werden die einzelnen Scherben zu Facetten. Jede einzelne Facette zeigt einen Teil des zerbrochenen Spiegelbildes in einem anderen Winkel, und wenn man es vermag, die einzelnen Facettenscherben beim reflektierenden Betrachten wieder zusammenzusetzen, gelangt man zu einem Gesamtbild, das umfassender und reichhaltiger ist, als jenes, das der intakte Spiegel zu zeigen vermochte.<\/h3><h3 class=\"p1\">Das Stillleben wird in anderen Sprachen \u201etote Natur\u201c genannt \u2013 z.B. im Franz\u00f6sischen \u201eNature Morte\u201c. In diesen Bildern hier ist er stets anwesend, der Tod: Kaum einmal taucht eine Bl\u00fcte auf, der man den Prozess des Verwelkens, des doppelten Todes (zuerst abgeschnitten, dann allm\u00e4hlich verschrumpelnd) nicht ansehen w\u00fcrde. Auch die Insekten haben ihr Leben hinter sich, und so schwingen Memento mori \u2013 der Gedanke zu sterben \u2013 und das Vanitas-Motiv \u2013 die Ermahnung bez\u00fcglich Eitelkeit und leerem Schein \u2013 stets mit, allerdings eher als mit leichter Hand vorgetragenes Zitat, denn als ernster Gegenwartsbezug.<\/h3><h3 class=\"p1\">Das delikate Licht weist zur\u00fcck bis eben zur Malerei des Barock, und die Detailversessenheit der Darstellung spielt auf die h\u00f6chste handwerkliche K\u00f6nnerschaft der Lasurtechnik an, die in den zahlreichen Schichtungen von der tiefsten Dunkelheit bis zum Lichtreflex die Gegenst\u00e4nde geradezu aus der Nacht sch\u00e4lt. Die Art des Arrangements allerdings findet ihre Dialogpartner eher in der modernen Malerei des 20ten Jahrhunderts. Denn im Gegensatz zum wohlgesetzten Arrangement des Barock-Stilllebens, scheint auf diesen Nachfahren das Chaos zu regieren. Wo ist die ordnende Hand, die f\u00fcr den ausgewogenen Rhythmus, den Wechsel von Spannung und Entspannung, Schwerpunkt und Zwischenraum sorgt?<\/h3><h3 class=\"p1\">Sie ist da, aber in der Wahl ihrer Entscheidungen komplexer und schwerer zu durchschauen. Vor der Kamera findet das Gegenteil von Ikebana statt: Nicht der wohl ausgewogene, tief empfundene Zusammenklang weniger Elemente, sondern das verwirrende Zusammenspiel dutzender oder hunderter Einzelentscheidungen, die sich zu einem gro\u00dfen Ganzen f\u00fcgen und in scheinbarer Zuf\u00e4lligkeit und makrokosmischer Unruhe eine Vielzahl an Ordnungen und Bez\u00fcgen zu entdecken erm\u00f6glichen:<\/h3><h3 class=\"p1\">Einzelne Teile (Bl\u00fcten, Bl\u00e4tter, Insekten, St\u00e4ngel) oder gar deren Bestandteile (ein Staubgef\u00e4\u00df, eine Maserung, der Bruch eines St\u00e4ngels), unmittelbare Nachbarschaften (Zugeneigtheit, Abgewandheit, \u00dcberlappung), ferne Relationen, die Linien und Netze bauen oder das ganze Bild\u2026 die Betrachtungsm\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltigst. Vor allem auf den dichteren Bildern l\u00e4sst sich schier endlos entdecken, und dem Gedankenflug wird ein famoser Startteppich bereitet.<\/h3><h3 class=\"p1\">Ich erkenne sogar, dass sich zwischen dem gl\u00e4nzenden, kleinen Totensch\u00e4del \u2013 den ich in seiner fast niedlichen Spielzeughaftigkeit auch als Persiflage lese \u2013 der plattgedr\u00fcckten und schwarzgetrockneten Kr\u00f6te und der Libelle, die sich der fleischigen \u00d6ffnung der gr\u00f6\u00dften Rose im Bild ann\u00e4hert, ein Goldenes Dreieck aufspannen l\u00e4sst (ein gleichschenkliges Dreieck, bei dem das Verh\u00e4ltnis von Schenkel zu Grundseite Phi ist), und es dr\u00e4ngen sich mir gleicherma\u00dfen Ideen von der perfekten Geometrie und Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung wie auch von Sexualit\u00e4t und Entstehung des Lebens und dessen Ende durch den Tod auf.<\/h3><h3 class=\"p1\">Ob hinter dieser und anderen formalen Entdeckungen Kalk\u00fcl oder Intuition der Urheberin stecken, finde ich \u00fcbrigens nicht entscheidend.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0<\/span><\/h3><h3 class=\"p1\">Sch\u00f6nheit \u2013 jetzt ist das Wort \u00fcber die Lippen. Ein Begriff, der wie ein Geist umherirrt und keine Ruhe findet\u2026 auch ein geschm\u00e4hter Geist.<\/h3><h3 class=\"p1\">Peter Handke beginnt seinen \u201eVersuch \u00fcber den gegl\u00fcckten Tag\u201c mit der Herbeirufung eines Selbstbildnisses des Malers William Hogarth im London des 18. Jahrhunderts. Auf der Palette des Malers liegt eine sanft geschwungene Linie, die sogenannte \u201eLine of Beauty and Grace\u201c \u2013 Linie der Sch\u00f6nheit und der Anmut. Und er fragt sich sp\u00e4ter im Buch: \u201eEntspricht es nicht unsereinem jetzt, da\u00df solch ein Gebilde immer wieder abbricht, ins Stottern, Stammeln, Verstummen und ins Schweigen kommt, neu ansetzt, Seitenstrecken nimmt \u2013 dabei jedoch zuletzt wie eh und je auf eine Einheit und etwas Ganzes hinzielt?\u201c\u00a0<\/h3><h3 class=\"p1\">Sch\u00f6nheit in der k\u00fcnstlerischen Ausdrucksform ist ohne die Ber\u00fccksichtigung der Zerst\u00f6rung und Br\u00fcchigkeit enthaltenden Wahrheit nicht m\u00f6glich \u2013 oder sie zeigte sich eben als verlogene Idealisierung \u2013 als reiner Kitsch.\u00a0<\/h3><h3 class=\"p1\">Die Linie auf William Hogarths Palette ist eigentlich gar keine pure Linie. Sie hebt sich teilweise von ihrem h\u00f6lzernen Grund ab und wirft dort, wo sie sich noch oben w\u00f6lbt, zarte Schatten. Fast eine lang gezogene Lanzette, die sich anfassen und aufheben lie\u00dfe. Vielleicht spielt der Maler hier auf die Illusion der R\u00e4umlichkeit an, einer R\u00e4umlichkeit, die unser Auge durch T\u00e4uschung auf einem zweidimensionalen Bildgrund zu sehen glaubt. Seit der Erfindung der Zentralperspektive in der Renaissance und bis zu Ihrer Zerst\u00f6rung durch Kubismus und Expressionismus beherrschte diese T\u00e4uschung die Kunst der westlichen Hemisph\u00e4re. Die moderne Malerei \u2013<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Farbfeldmalerei oder abstrakter Expressionismus \u2013 fordert das Bekenntnis zur flachen Leinwand, auf der sich flache Ereignisse abspielen. Aber f\u00fcr die Fotografie bleibt die Illusion des Raumes ein Selbstverst\u00e4ndnis, denn die vordringlichste Eigenschaft eines fotografischen Apparates besteht nun einmal darin, den Raum vor ihm mittels einer Linse auf ein flaches Medium zu projizieren. Und das geschieht perfekt und ohne dass jemand mit Rastern und Hilfslinien die Verkleinerungsfaktoren berechnen m\u00fcsste.<\/h3><h3 class=\"p1\">Auch die Bilder von Anne Schubert machen da keine Ausnahme \u2013 der Apparat funktioniert wie immer. Allerdings greift die Fotografin vor der Aufnahme in die Dimensionen des Sujets ein und zwingt es in Richtung Fl\u00e4che. Sie treibt auch damit ein Spiel mit Verweisen (es lie\u00dfe sich auch an die gepressten Bl\u00fcten in einem Poesiealbum denken, auch wenn hier noch etwas Spielraum herrscht), sie schl\u00e4gt dem Vorgang der Projektion ein Schnippchen und dreht das Verh\u00e4ltnis um: die Negierung des Raumes auf der Fl\u00e4che der modernen Malerei, die man der fotografischen Optik nicht aufzwingen kann, zwingt sie dem Objekt vor der Kamera auf, betreibt also zuerst eine Art von \u201eMaterialmalerei\u201c, bevor sie den Ausl\u00f6ser dr\u00fcckt und landet dabei noch ganz nebenbei einen Seitenhieb gegen die allzu netten Gepflogenheiten der Floristik.\u00a0<\/h3><h3 class=\"p1\">Durch einen eigentlich einfachen Trick \u00fcbrigens: die Bilder sind f\u00fcr die Vertikale gedacht und gemacht und suggerieren dort ein gewohntes Oben und Unten, die Arrangements liegen bei ihrer Aufnahme aber in der Horizontalen und verlieren durch die Schwere ihren Teile an Tiefe. So werden sie \u2013 als Fotografie wieder aufgestellt \u2013 zur Hecke, zum Wandteppich, ja sogar zu einem Blumenstrau\u00df in der Vase, der seiner Vase wie durch Zauberhand verlustig ging und sich nicht recht an die Regeln der Schwerkraft und der Perspektive halten will. In der Malerei w\u00e4re das keine gro\u00dfe Auff\u00e4lligkeit, festgehalten aber durch den unbestechlichen Apparat ist es eine \u201eVerr\u00fccktheit\u201c.<\/h3><h3 class=\"p1\">Die Klugheit, mit der die Fotografin dem Motiv der Blume zu Leibe r\u00fcckt, schafft also genau jenen Facettenreichtum, der \u00fcber Motiv, Bildgeschichte, Malerei, Sch\u00f6nheit, Leben, Tod und den fotografischen Akt selbst reflektiert \u2013 und das ohne jeden dogmatischen Impetus, sondern mit Sinnlichkeit und spielerischer Leichtigkeit \u2013 und macht die Betrachtung der Bilder nicht nur zum \u00e4sthetischen, sondern auch zum intellektuellen Vergn\u00fcgen.<\/h3>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-1ab8579 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"1ab8579\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-2baf0fc elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"2baf0fc\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-1151bed\" data-id=\"1151bed\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-73c4de9 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"73c4de9\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2>Prof. Uwe J. Reinhardt<\/h2>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-d796846 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"d796846\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-f192767\" data-id=\"f192767\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0e34cc5 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"0e34cc5\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-1e409f9 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"1e409f9\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-1ee74b6\" data-id=\"1ee74b6\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5f5d70b elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"5f5d70b\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Prof. Uwe J. Reinhardt zum Projekt ZU MEINER EIGENEN VERBL\u00dcFFUNG von Anne Schubert<\/h3><h3>Irgendwas stimmt nicht. Nachdem ich die Fotografien zum ersten Mal gesehen hatte, dachte ich, es w\u00fcrde sich bei der Maskenfigur um einen Primaten handeln, der wie im Sciene Fiction-Film mitspielen wollte und der sich in die japanisch anumutenden schwarzweissen Lichtbilder geschoben hat. Vermutlich von den Guerilla Girls so sehr optisch gepr\u00e4gt und konditioniert, die ich einmal im Whitney Museum eine Ausstellung habe st\u00fcrmen sehen. Und ich dachte an japanische Bildb\u00e4nde der 60er Jahre, in denen oft etwas sehr merkw\u00fcrdiges hinter einer banalen, also einfachen Bildsprache versteckt wird. Das Schaudern in den tiefen Schwarzt\u00f6nen. Ich sah die Bilder an einem Sommerabend zum ersten Mal und lief in die Irre. Nun, ich mag alle Arten von Haustieren auch nicht besonders, Aquarien einmal abgesehen. Und ein Aquarium kommt ja auch vor, oder t\u00e4usche ich mich auch hier? Einige Zeit sp\u00e4ter wurde auch mir klar, ein Probedruck lag inzwischen auf meinem Tisch, dass es sich um einen Hundemenschen handelte. Da ging die Phantasie dann auch in eine neue und explodierende Rechercherichtung. An Windhunde erinnerte ich mich, weil ich als Kind einmal mit meinem bl\u00f6den Onkel auf der Hunderennbahn gewesen bin, wo man lustige H\u00fcte trug und auf den Gewinner wetten konnte. Gl\u00fccksspiel mag ich auch nicht besonders, wie Hunde. Die Fotografien erscheinen so ruhig und selbstverst\u00e4ndlich, dass mir keine Frage aufkam, zun\u00e4chst. Das passte alles so sehr gut zusammen und dennoch war etwas auch falsch, stimmte nicht. \u00c4hnlichkeitsgedanken. Jemand hat einmal alte Ehepaare mit ihren Hunden fotografiert, deren \u00c4hnlichkeit wir uns dann sch\u00f6n einbilden k\u00f6nnen. Aber hier gibt es nichts zum einbilden. Es ist jeweils ein Mensch mit einer Hundemaske auf dem Kopf zu sehen. Ein Hundemensch wird es wohl kaum sein. Oder verschw\u00f6rt sich hier etwas? Afghanischer Windhund. Vom Hindukusch. Das wiederum klang wie Alarmglocken.<\/h3><h3>Was also soll das, wozu ist es gut und was will uns dies sagen? Klar, alle Tiere sehen sich manchmal und entsprechend abgelichtet und eingebildet irgendwie \u00e4hnlich mit dem einen oder anderen Menschen. Ein Formspiel der \u00c4hnlichkeiten. Ein verbl\u00fcffendes Ph\u00e4nomen. Menschen mit Hunden gibt\u2019s es nat\u00fcrlich all\u00fcberall zu viele eigentlich und die Literatur ist voll von Pudeln und Kernen. Erst dachte ich ja, es w\u00e4re irgendein zotteliger Pudel, der Pate f\u00fcr eine Maske war. Goethe oder Schopenhauer. Aber auch das nur so eine Idee. Lange Zeit versuchte ich die Bilder zu betrachten ohne die seltsame Figur zu beachten. Aber das ging nicht auf Dauer.<\/h3><h3>Die Orte der Bilder sind unverd\u00e4chtig, es gibt R\u00e4ume, Landschaften, im Wald, am Meer. Das ist das Panorama der ganzen Welt, ich kann keine Erkl\u00e4rung darin finden, die Fotografin reist offenbar umher und trifft \u00fcberall maskierte Menschen oder halbe Hunde. Die Orte und Situationen sind sch\u00f6n und nur durch die maskierte Form werden sie wunderlich. Die Figur ist jeweils ruhig und im Stillstand getroffen, irgendwie ein Portr\u00e4t ohne Portr\u00e4t sein zu k\u00f6nnen. Aber es wirkt angekommen, geradezu Zuhause. Die Bilder erschienen wie Dioramen im naturhistorischen Museum und eben jetzt frage ich mich, ob nicht alles im Studio oder Holodeck entstanden ist. Irgendwie ist die maskierte Figur immer pl\u00f6tzlich und selbstverst\u00e4ndlich da; einigen wir uns mal vorl\u00e4ufig darauf, dass es keine Hundemenschen gibt. Obwohl es ja Meerjungfrauen und Einh\u00f6rner auf jeden Fall gibt. Es ist kein Spiel, keine Provokation und auch kein Spass. Es verbirgt etwas im Offensichtlichen, verh\u00fcllt etwas in der Tarnung. Aber was? Ich brauche meine ganze Vorstellungskraft, um zu entdecken wo dieses geistige Zuhause liegen k\u00f6nnte, im pl\u00f6tzlichen Erscheinen der Idee.<\/h3><h3>Man blickt hinein in die Szenerie und entdeckt nichts anderes. Es gibt nichts Seltsames au\u00dfer dem Seltsamen h\u00f6chstselbst. Wunderliche B\u00fchnenbilder f\u00fcr eine Oper, f\u00fcr eine Kom\u00f6die, eine Trag\u00f6die doch? Masken geh\u00f6ren auf B\u00fchnen. In die Szenografie. Blick ins Land, in die Zimmer, Hotels oder Badewannen. Pools kommen oft vor, das erinnert an Krimis oder Kindheiten. Ein Schneewald. In den Bergen. Filmsets? Modeszenen kommen einem in den Sinn. Gartenszenen, die ohne Maske poetisch w\u00e4ren. Am See, am T\u00fcmpel, am Teich? Bei der Kirschbl\u00fcte? Im Supermarkt. Wieder im Pool, diesmal tauchend. Abtauchend. Wir haben zu viele Spielfilme gesehen, die uns gleich ganze Drehb\u00fccher einblenden. Manchmal t\u00e4nzelt der B\u00e4r, also die Figur, wie Julia am italienischen Fenster oben. Es wird gebacken, was auch wieder an Hexen denken l\u00e4sst. Es ist kurz vor 6 Uhr. Im Landhaus. Ein sehr gro\u00dfes Br\u00f6tchen und Kaffee. Auf dem Feld, am H\u00fcgel. In einer K\u00fcche, eilig. im Aquarium, also dahinter eher. In einer edlen Wohnung. Am Wasser, am Meer. Auf einer Liege, am Wintersee. Das liest sich wie ein Gedicht nun. Ein Mann in der K\u00fcche. Unter dem Baum bei der Landpartie. Im Billigflieger. Und ein Hund mit Hund, mit zwei Hunden. Eine banale Sp\u00fclmaschine wird einger\u00e4umt. Im K\u00fcnstlerinnenatelier. Im H\u00f6rsaal oder B\u00fcro? Im Schwarzwei\u00dfwald.<\/h3><h3>Irgendwas ist in dieser Ruhe und Konzentration auch unbehaglich. Verst\u00f6rend. Sei immer gr\u00f6\u00dfer als der Augenblick, lese ich. Was kippt aus der Balance? Diener zweier Herren. Ein Mythos. Wir wissen es nicht. Die Maske. Verh\u00fcllendes Entbergen. Aussicht. Offene Tage und milde Gestimmtheit. Nichts ist bedrohlich. Die Felder der Bilder sind Ausgangspunkte f\u00fcr Geschichten. Als Kind kommt einem das niemals merkw\u00fcrdig vor. Und uns t\u00e4uscht dieses Verstecken und Tarnen und Verzaubern, weil wir dazu keine Orientierung haben oder keine Phantasie. Wir brauchen Orientierung. Sind es M\u00e4rchen? Oder Spiegelungen? Oder ist ein getarnter Schamanismus am Bilderwerk, der uns in der Verwirrung weiter ins Labyrinth dr\u00fccken will. War nicht\u00a0 im antiken Theater auch eine Maske von zentraler Bedeutung und in der chinesischen Oper oder im japanischen N\u014d-Theater? Harlekins und Bajazzi erinnern mich an venezianische N\u00e4chte und Sinnbilder f\u00fcr merkw\u00fcrdige Rituale. Aber die Gesichtsverkleidung ist ohnehin suspekt, den Herren dieser Welt: Brauchtum hin oder Schutzmasken her. Hunde sind vom Vermummungsverbot ausgenommen. In Bolivien, sagt jemand neben mir, w\u00fcrden Schuhputzer das Gesicht verh\u00fcllen (ob das stimmt, glaube ich nicht). Mehr erinnert es mich an das lyrische Ich eines Peter (Achtung:) Gabriel der Band (Achtung:) Genesis, der als Fuchs (\u201eFoxtrot\u201c) oder alter Mann erschien. Wer wei\u00df was in Masken so alles getrieben wird? Bankr\u00e4uber oder Rapper sind da schon einmal harmloser dabei. Schutz. Tarnung. Verdrehung.<\/h3><h3>Da passt der Afghanische Wundhund auch doch ganz gut dazu, der schon 400 v. Chr. in den Nomadenlanden unterwegs war, geradezu geeignet f\u00fcr das Privileg der Beizjagd durch die Steppe. Steppe \u00fcbrigens kommt in den Fotografien auch nicht vor. Ist auch weit weg, also die Steppe. In Wirklichkeit ist dieser Hund aber besonders in England beliebt, f\u00fcr Windhundrennen und weitl\u00e4ufige Spazierg\u00e4nge. Aber die Engl\u00e4nder sind raus bei solchen Sachen. Ist es also doch ein Experiment, um uns auf den Leim zu f\u00fchren? War nicht der Pudel auch teuflisch was anderes? Bestimmt ist alles ein Missverst\u00e4ndnis, eine unverstandene Maskerade, eine geplante \u00dcberforderung. Es regiert die Tyrannei der Verkleidung. Papageno. Wenn es doch eine Oper w\u00e4re, welche Musik w\u00fcrde passen? Die Bilder sind ja doch so still und angehalten, so beruhigt und langsam bedacht. Keine Blendung. Zitate aber \u00fcberall, sicher als Hommage gedacht an die Collage und verdrehende Montage.<\/h3><h3>So sollen auch die Hunde sein, sanft, ruhig und unauff\u00e4llig \u2013 naja, kann man so nicht wirklich sagen. Jedenfalls amtliche Jagdhunde mit Patent. \u201eSein Gang gilt als stolz, was auch sein Wesen wiedergeben d\u00fcrfte. Unabh\u00e4ngigkeit und absolute Ruhe sind Markenzeichen dieses Hundes in jeder Ausbildungsart. Jedoch sind Afghanen auch sehr sensibel und k\u00f6nnen bei falscher Handhabung misstrauisch gegen\u00fcber Fremden werden. Mit Kindern kommen sie gut klar, jedoch sollten diese auf Grund der Gr\u00f6\u00dfe der Rasse schon etwas \u00e4lter sein, um mit dem Hund alleine Gassi zu gehen.\u201c Das Lexikon der Netze wei\u00df ja alles ganz genau. Das lange und seidige Fell darf alle Farben aufweisen, wobei die Farben Rot, Creme, Silber, Schwarz, Schwarzbraun, Silber-schwarz, Blau, elfenbeinfarben und Domino am h\u00e4ufigsten vorkommen. Oder ganz wei\u00df. \u201eKopf mit und ohne schwarzer oder blauer Maske.\u201c Da haben wir\u2019s, mit Maske.<\/h3><h3>Das Wort Maske kommt eigentlich aus dem Arabischen, von arabisch\u00a0 maskharat, was soviel wie Narr, Posse, H\u00e4nselei oder Scherz bedeuten kann. Es kommt also aus dem Arabischen. Alles kommt von irgendwo anders her, begreift das mal jemand, alles ist migriert?<\/h3><h3>Das Gesicht wird bedeckt. Rituell oder religi\u00f6s dient die Bedeckung irgendeinem mehr oder oft weniger sinnvollen Zweck. Man denke an Kost\u00fcme, aber mit Kost\u00fcmen haben unsere Lichtbilder \u00fcberhaupt nichts zu tun. Als Schutzmaske kann sie dem Schutz des Gesichts oder Teilen davon dienen. Verh\u00fcllung des K\u00f6rpers. Die Ethnologen machen es sich wieder einfach, eine Maske k\u00f6nne sehr unterschiedliche Aufgaben in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen erf\u00fcllen, so kann sich ihr Tr\u00e4ger mit ihrer Hilfe in eine dargestellte Figur verwandeln, im sogenannten Tierrollenspiel etwa oder die Maskierung erm\u00f6glicht die Ein\u00fcbung neuer oder \u00fcbernommener sozialer Rollen. Sch\u00f6n, hat aber nichts mit unserem Thema zu tun. Wesenheiten oder Hilfsgeister, inkarnierte Naturkr\u00e4fte irgendwelcher Zwischenwelten sind uns suspekt, insbesondere wenn sie mit verwirrten Ahnen und wunderlichen G\u00f6ttern vermitteln sollen. Das ist uns doch fremd.<\/h3><h3>Die fotografischen Bilder sind zu ruhig f\u00fcr meine Gedanken. Sch\u00fctzend versteckt. Gl\u00fcck, manchmal ein Tag, da ist alles richtig, von Anfang an \u2013 und das in Bildern erz\u00e4hlen. Im Moment gesichert: Moment, diese eine Stelle, wo alles in sich ruht und wohl gestimmt ist. \u201eJede Ordnung ist gerade in diesen Bereichen nichts als ein Schwebezustand \u00fcberm Abgrund \u2026 das einzige exakte Wissen, das es gibt\u201c, hat Anatole France gesagt. Sieh da, der sch\u00f6ne Schopenhauer ging mit dem Pudel, der Fuchs wei\u00df viele Dinge, aber der Igel wei\u00df ein Gro\u00dfes. Hundstage. Was aber wei\u00df der Afghane? Was der Windhund? Was k\u00f6nnte der Wind, der offenbar nicht weht in diesen Bildern uns zufl\u00fcstern? Die Fotografin sagt jedenfalls nichts. \u201eThis landscape was part of my energy, my body. I loved it not because it was a view \u2013 but because I participated in it.\u201c Das ist von John Berger, glaube ich. Einmal kann es auch so sein. Oder wieder ganz anders. Ich wei\u00df es nicht. Der koreanische Dichter Ko Un wollte einmal \u00fcber alle Personen, die ihm in seinem Leben begegnen, ein Gedicht schreiben. Das w\u00e4re sch\u00f6n, oder eine Fotografie machen.<\/h3>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-41b4744 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"41b4744\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-db0ed5d\" data-id=\"db0ed5d\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-e1434af elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"e1434af\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2>Angelika Hartmann\u00a0<\/h2><h2>zu Kunstwerk Fellbach 07.04.-28.04.2019<\/h2>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-e83725a elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"e83725a\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-16a9fa3\" data-id=\"16a9fa3\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-3ac75d8 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"3ac75d8\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Ich kenne Anne Schubert schon sehr lange. Auf dem ersten Bild, das ich von ihr sah waren zwei tote Fische, die sich k\u00fcssten. Und kurz darauf hingen Heuschrecken, als Ornament angeordnet bei ihr an der Wand. Ich wei\u00df noch, wie mich die Bilder irritierten, denn ich sp\u00fcrte deutlich ein eigenartiges Wechselspiel zwischem leichten Ekel durch diese toten Tiere und einer insgesamten Sch\u00f6nheit, die mich gleich wieder vergessen lie\u00df, dass ich mich schauderte.<\/h3><h3>In der Ausstellung heute sind die Tiere in den Hintergrund getreten und nur ganz versteckt manchmal zu entdecken. Die Arbeiten hier sind Stilleben, die meisten davon in geradezu klassischer Manier. Tiefdunkle Hintergr\u00fcnde, genau gesetzte Lichtpunkte, pr\u00e4zis in Szene gesetzte Blumen. Stilleben sind eines der klassischen Bildmotive in der Kunst. Bereits in der Antike wurde die Natur, wurden Fr\u00fcchte und Blumen als Dekoration und als Symbol der Fruchtbarkeit abgebildet. Im franz\u00f6sischen spricht man \u00fcbrigens im Zusammenhang mit Pflanzendarstellungen bon &#8218;Nature Morte&#8216;, was ich f\u00fcr die Bilder hier fast noch stimmiger finde. Wir verbinden mit dem Begriff Stilleben besonders dessen Bl\u00fctezeit im 17. Jhdt., wo die verschiedenen Genres des Blumenstilllebens, Jagdstilllebens \u00fcppig gedeckter Tische und Vanitas-Stilleben, die die Verg\u00e4nglichkeit mit Totoenk\u00f6pfen und DSanduhren symbolisierten, vielfa\u00e4ltige Varationen des Themas entstehen liessen.<\/h3><h3>Die Kunstgeschichte unterscheidet sicherlich zurecht zwischen diesen verschiedenen Stilen, doch die Bilder, die hier zu sehen sind, setzen sich \u00fcber diese Abgrenzungen hinweg. Es sind tote Blumen, die \u00fcppig und im \u00dcberflu\u00df \u00fcber die Bildr\u00e4nder quellen. K\u00e4fer kriechen durch Bl\u00fctenberge und die schimmernde Panzer werden zu h\u00f6chst \u00e4sthetischen Bildelementen. Schlichte einzelne Bl\u00fcten sind zentral in Szene gesetzt und hier sind Pflanzen zu sehen, die der G\u00e4rtner aus dem Beet entfernen und gleich in den M\u00fcll werfen w\u00fcrde: L\u00f6wenzahn und altes Holz. \u00dcberhaupt, die Blumen sind welk und geh\u00f6ren in den Abfall. Anne Schubert verwendet aber gerade diesen M\u00fcll und widmet sich ihm mit vielZuneigung und Wertsch\u00e4tzung. Fundst\u00fccke aus dem Wald, an denen der Zivilisationsm\u00fcll klebt -ja, es sind Hundekotbeutel und Zigarettenh\u00fcllen integriert &#8211; werden in den Adelsstand gehoben, der einen ganz neu schauen l\u00e4sst, denn dass darin Sch\u00f6nheit liegt kann keiner leugnen, der ihre Bilder gesehen hat. In fr\u00fcheren Bildern von ihr sind h\u00e4ufig noch geb\u00fcndelte Str\u00e4u\u00dfe zu sehen, verwelkt, aber als Blumenstrau\u00df erkennbar. In diesen Bildern l\u00f6st sich der Strau\u00df mehr und mehr auf, es ist, als w\u00fcrde noch eine zweite Ebene von Verg\u00e4nglichkeit hinzu kommen, die v\u00f6llige Aufl\u00f6sung im Universum, das kommt auf die pers\u00f6nliche Interpretation an. Die einzelnen Elemente scheinen frei zu schweben und der schwarze Hintergrund erscheint als Weltall.<\/h3><h3>Manche Arbeiten sind f\u00fcr mich als Paare zu lesen. Die Alpenveilchen zum Beispiel oder die Kristallschalen. Der Kopf geht hin und her, zwischen vorher und nachher, zwischen ganz und zerschlagen. Mir ist dabei nicht m\u00f6glich zu sagen, welchen Zustand ich bevorzugen w\u00fcrde.<\/h3><h3>Beim Betrachten der Arbeiten stellt man sich unweigerlich den Themen Verg\u00e4nglichkeit, Tod, Verlust oder Altern. Der zweite Blick, der diesen Themen Sch\u00f6nheit zugesteht und einen die kleine Manipulation erkennen l\u00e4sst, er\u00f6ffnet dem Betrachter die M\u00f6glichkeit, diese Lebensbereiche, denen wir uns alle stellen m\u00fcssen, mit neuer Zugewandheit und einem offenen Augenzwinkern zu begegnen.<\/h3><h3>Deshalb empfinde ich diese BIlder auch zutiefst lebensbejahend. Sie zeigen auf, dass es auf den pers\u00f6nlichen Blick ankommt um zu berurteilen, ob etwas tot oder lebendig, kaputt oder in Ordnung, sch\u00f6n oder h\u00e4sslich ist. Das Auge des Betrachters entscheidet und ordnet, am Bild wie im Leben selbst.<\/h3><h3>Blumen zu fotografieren scheint \u00fcbrigens ein recht weibliches Sujet zu sein. Mir fielen sofort die Arbeiten von Luzia Simons, Kathrin Linkersdorff und Mandy Barker ein, die nur mit M\u00fcll arbeitet, aber bei den M\u00e4nnern musste ich doch l\u00e4nger nachdenken. Au\u00dfer Robert Marpplethorpe oder Edward Weston ist mir niemand recht eingefallen. Und deren pralle Orchideen und Paprikas hatten wohl eine andere Motivation.<\/h3><h3>In allen Bilder von Anne Schubert sp\u00fcrt man auch ihre gro\u00dfe F\u00e4higkeit des Arrangierens. Die Bl\u00fcten und Pflanzenreste sind nicht zuf\u00e4llig aufs Schwarz geworfen oder als Ausschnitt fotografiert. Ich stelle mir vor, wie jedes Blatt oder Grashalm vorsichtig bewegt und gesetzt und verschoben wird, wie Elemente dazu und wieder weggenommen werden, bis das perfekte Bild in den Augen der Fotografin vorliegt. Da ist sicherlich auch viel Meditation, Geduld, Hingabe und Spielfreude vonn\u00f6ten &#8211; und vielleicht grinst sich manchmal auch innerlich, wenn sie f\u00fcr ein Skeletteilchen den richtigen Platz gefunden hat.<\/h3>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harald Kr\u00f6ner Ausstellung\u00a0 \u201eDer alte Garten\u201c von Anne Schubert\u00a0\u00a0Betriebswerk Heidelberg\u00a0\u00a0 Wir sind mit diesem Abend Teil des Literatursommers in Heidelberg mit dem Themenschwerpunkt Frauen in der Literatur. Um 19 Uhr folgt der \u00a0Vortrag des Giessener Germanisten Joachim Jakob der in die literarisch-biographischen Zusammenh\u00e4nge des um 20 Uhr stattfindenden Konzertsmit Kaschnitz-Vertonungen einf\u00fchren wird. Ich versuche mich &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"templates\/fullwidth.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4769","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4769"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4769\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6135,"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4769\/revisions\/6135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/art.anneschubert-art.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}